Deren Präsidium hat im September 2019 beschlossen, einen externen Historiker und Experten für die Geschichte der DLRG (den Betreiber dieser Website) mit der Erstellung einer mehrbändigen wissenschaftlichen Studie über Entstehung und Entwicklung der Wasserrettungsorganisation DLRG zu beauftragen. Ein entsprechender Vertrag wurde im September 2020 abgeschlossen.
Band 1 (1913 - 1924) liegt als druckfertiges Buch vor. Es soll unter dem Titel "Im Dienste des Gemeinwohls - die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in den Jahren 1913 bis 1924 - organisationsgeschichtliche Untersuchung über Entstehung, Entwicklung und Krise einer humanitären Institution" erscheinen.*
Die DLRG ist der Ansicht, dass es kaum Interessentinnen / Interessenten für das Buch gebe und hält demgemäß eine „kleine Auflage“ für ausreichend. Ein Grund für diese Auffassung könnte darin zu sehen sein, dass drei frühere Publikationen über die Geschichte der DLRG (darunter zwei Chroniken) kaum verbreitet sind. Näheres dazu finden Sie hier.
Diese Website soll klären, ob die Einschätzung zum Interesse an dem Werk zutrifft oder nicht.
Aktueller Sachstand (29. Dezember 2025):
Die DLRG, die sich zutraut, als Verlag für Band 1 zu fungieren, hat Anfang September 2025 eine vom Verfasser nicht autorisierte Version der Studie in Verkehr gebracht. Überdies waren Aufmachung und Ausstattung dieses "Buches" höchst minderwertig. Versierten Verlagen "passieren" derartige Dinge nicht.
Da der weitere Vertrieb dieser minderwertigen 1. Auflage geeignet war, den Ruf des Verfassers zu schädigen, musste dieser das zuständige Gericht mit der Sache befassen.
In einem Vergleich (Landgericht Hannover, 13 O 195/25, 17. November 2025) wurde Einigung über die Details für die Publikation des Buches mit angemessener Ausstattung erzielt.
Die druckfertigen Dateien liegen der DLRG bereits seit dem 1. Dezember 2025 vor, was im Vergleich so vereinbart war.
Die Verzögerungen in der Realisierung dieser 2. Auflage hat die DLRG zu vertreten.
Ggfls. muss der Verfasser darum abermals gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Nähere Informationen zur Studie finden Sie nachfolgend
Hier finden Sie wesentliche Fragen, die sich der Historiker vor Anfertigung der Studie vorgelegt hat. Einige werden Sie überraschen.
Zum kompletten Inhaltsverzeichnis des druckfertigen Buches geht es hier. Dort finden Sie auch eine Leseprobe.
Hier können Sie Ihr Interesse an einem Exemplar des Buches unverbindlich bekunden
* Die Jahre 1925 bis 1945 ließ die DLRG von einem Team um Kerstin Teicher (Betriebswirtin) aufarbeiten, dem weiter Magdalena Loska (Übersetzerin und Lektorin) sowie Andreas Kloke (pensionierter Lehrer) angehörten. Das entsprechende Buch liegt inzwischen vor. Es darf bezweifelt werden, dass die Verstrickung leitender DLRG-Funktionäre in schlimmste Verbrechen in der Zeit des Nationalsozialismus darin eine adäquate Aufarbeitung erfahren hat.
Eine Pressestimme scheint dies zu bestätigen, denn ... "die Chance, die Bedeutung von Verbänden wie der DLRG für das Aufkommen der NS-Herrschaft zu untersuchen", sei vertan worden. Auch sei der Fehler gemacht worden, das Einsickern der NS-Ideologie, ihre Akzeptanz und ihr Erstarken in der DLRG, in das Jahr 1933 zu datieren. Ein solcher Ansatz ist immer falsch, weil es sich um einen schleichenden Prozess handelt.
Zu den (auch im Buch von Teicher, Loska und Kloke behandelten) NS-Tätern gehörten etwa der DLRG-Führer [entspricht der heutigen Funktion Präsidentin der DLRG / Präsident der DLRG] Franz Breithaupt (zuletzt SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS etc.) sowie der DLRG-Arzt [entspricht der heutigen Funktion DLRG-Bundesärztin / DLRG-Bundesarzt] Dr. med. Heinrich Franzmeyer, der seit Anfang 1936 Mitglied der 2. Kammer des Erbgesundheitsgerichts Berlin war. In dieser Eigenschaft wirkte er an etlichen Verfahren zur Zwangssterilisation mit. Franzmeyer (verstorben am 20. Dezember 1959) war mehr als 70 Jahre - bis 15. Dezember 2023 - Ehrenmitglied der DLRG auf Bundesebene und bis 13. September 2024 Ehrenvorsitzender des DLRG-Landesverbands Berlin.
Doch auch in lokalen DLRG-Gliederungen gab es NS-Täter. Hier ist z. B. Heinz Reinefarth (1903 - 1979) zu nennen. Im August 1932 trat er der NSDAP und im November der SA bei. Im Dezember 1932 wechselte er zur SS.
1944 war Reinefarth Generalleutnant der Waffen-SS und SS-Gruppenführer und für die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes (1. August bis 2. Oktober 1944) verantwortlich.
Dabei wurden allein im Warschauer Stadtteil Wola 20.000 bis 50.000 Zivilisten von den unter seinem Befehl stehenden Truppen ("Kampfgruppe Reinefarth") erschossen. Für die Niederschlagung des Aufstands wurde Heinz Reinefarth am 30. September 1944 mit dem „Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“ ausgezeichnet (bekannt sind etwa 900 Verleihungen in den Jahren 1940 bis 1945).
Der in Posen erscheinende "Ostdeutsche Beobachter" (ein Verkündungsblatt des Reichsstatthalters im Reichsgau Wartheland) brachte in seiner Ausgabe vom 5. November 1944 unter der Überschrift "Um die Freiheit des Warthegaus" Reinefarths Einordnung des Massakers: "Ob Soldat, ob SS-Mann, ob Polizist, ob SD-Mann (…) sie alle haben dafür gesorgt, daß Polens Metropole, von der uns Deutschen in den Jahrhunderten soviel [so viel] Unheil gekommen ist, als Gefahrenherd endgültig beseitigt wurde (…) Wir haben auch diesen Feind bezwungen und ihm Verluste von etwa 1/4 Million Menschen beigebracht.“
Nach 1945 übernahm Heinz Reinefarth, auch bekannt als "Der Schlächter von Warschau" bzw. "Der Mörder von Warschau", die Leitung der DLRG-Ortsgruppe Westerland (Sylt).